BEDARFSABKLÄRUNG

  • Pflegeberatung

    Die Pflegeberatung beantwortet Fragen zur Pflegeversicherung, zu Antrags- und Einstufungsverfahren sowie zur Finanzierung der häuslichen Pflege oder des Heimaufenthalts. Auch das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Entlastung pflegender Angehöriger ist Aufgabe der Pflegeberatung. Ferner informiert die sie über die verschiedenen pflegerischen und pflegeergänzenden Angebote und berät zu möglichen Auswahlkriterien. Gemeinden und gemeinnützige Organisationen wie die Pro Senectute bieten zudem kostenlose Sozialberatungen an.

  • Pflegebericht

    Die Pflege- und Therapieplanung dokumentiert die notwendigen Pflege- und Therapiemassnahmen. Diese Information ist entscheidend für die Beurteilung, ob die Pflegebedarfsstufe angemessen ist. Um den pflegerischen Bedarf überprüfen zu können, werden zudem Informationen benötigt, die über den Gesundheitszustand des Patienten Auskunft geben. Diese sind dem Pflegebericht zu entnehmen. Er dient der Überprüfung des individuellen Pflegebedarfs und zur Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit. Der Krankenversicherer ist berechtigt vom Leistungserbringer die Herausgabe zu verlangen.

  • RAI-HC

    Gemäss KVG müssen Leistungserbringer die Notwendigkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit von Pflegeleistungen nachweisen. Mit Rai-Home-Care steht den Spitex-Organisationen ein einheitliches Bedarfsabklärungs-Instrument zur Verfügung. Mit diesem System ist es möglich, die Situation von Personen, die zu Hause leben, differenziert zu beurteilen. Auf dieser Grundlage planen und führen Pflegefachpersonen eine bedarfsgerechte, ressourcenorientierte Hilfe und Pflege durch und legitimieren damit den Kostenaufwand.

    Ziel der Bedarfsabklärung ist es, eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende, individuelle Pflegebetreuung festzulegen. Die Bedarfsabklärung orientiert sich an den Fähigkeiten, Gewohnheiten und Wünschen des Kunden. Im Rahmen eines persönlichen Gesprächs werden Pflegebedarf, soziale Bedingungen sowie Massnahmen vor Ort besprochen, in der Regel unter Einbezug der betreuenden Personen.

    Spitex Bedarfsabklärung

    Zur Ermittlung des Pflegebedarfs eignen sich ADL-Kriterien (activity-of-daily-living). Der Grad der Pflegebedürftigkeit lässt sich an der Fähigkeit messen, im welchem Masse grundlegende Tätigkeiten selbständig verrichten werden können. Auch die Vitalzeichenkontrolle kann über den tatsächlichen Zustand des Patienten und seinen Pflegebedarf Aufschluss geben. Die Bedarfsabklärung für psychogeriatrische und psychiatrische Leistungen muss von einer Pflegefachfrau oder einem Pflegefachmann mit zweijähriger praktischer Erfahrung im Bereich Psychiatrie vorgenommen werden.

  • BESA

    BESA bezeichnet ein Einstufungs- und Abrechnungssystem im Bereich der Geriatrie und Langzeitpflege in Alters- und Pflegeheimen. Es wird hauptsächlich von Heimen in der Deutschschweiz eingesetzt und gibt Auskunft über den Pflegebedarf einer Person. Mit diesem Punkte-System werden Leistungen erfasst, die nicht im Pensionspreis inbegriffen sind, jedoch aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung des Pflegebedürftigen notwendig sind.

    Im Rahmen der Bedarfsabklärung füllen Heimbewohner einen Fragebogen aus, der Auskunft über ihre derzeitige Situation gibt. Danach werden die Resultate mit der Einschätzung von Pflegefachpersonen verglichen. Beide Ergebnisse bilden als strukturierte Daten die Grundlage für die Beurteilung des Pflegebedarfs. Zu dieser Beurteilung kommt noch die Festlegung von Pflegeschwerpunkten sowie -zielen durch die Pflegefachperson hinzu.

    Häufige Kritik am BESA-System war, dass es nur vier Stufen bot und den Pflegezeitaufwand nicht erfasste. Es galt zwar als einfach, aber weniger differenziert. Im Rahmen der Neuordnung der Pflegefinanzierung wird bei BESA gleich wie bei RAI von einer auf der Diagnose basierenden zu einer auf dem Zeitaufwand basierenden Einstufung gewechselt. BESA und RAI unterscheiden dann 12 Pflegestufen, womit die Systemunterschiede geringer werden. Beide Systeme teilen die Stufen anhand der Pflegeminuten ein (Stufe 12 = über 220 min/Tag).

  • RAI-NH

    RAI-NH ist ein Bedarfsabklärungs-Instrument für Pflegeheimbewohner und auch Mittel zur systematischen Qualitätsförderung im Bereich der Pflegeleistungen. Im Zentrum von RAI-NH steht das MDS (Minimum Data Set), ein pflegerisch-geriatrisches Assessment. Dieses hilft Versorgenden, eine differenzierte Einschätzung vorhandener Ressourcen und bestehender Beeinträchtigungen der Bewohnerinnen vorzunehmen. Anhand dieser Ergebnisse erfolgt die automatische Zuteilung in eine Pflegeaufwandgruppe (RUG) sowie die Planung der erforderlichen bedarfsgerechten Pflege und Betreuung.

  • PLAISIR

    Das Planungsinstrument PLAISIR (Planification Informatisée des Soins Infirmiers Requis) dient in erster Linie dazu, den in jeder Pflegeeinheit zu jeder Zeit erforderlichen Pflegepersonalbestand zu ermitteln. Das Verfahren beruht auf einer detaillierten Anamnese, die den Gesundheitszustand und die Pflegebedürftigkeit jedes Bewohners festhält.

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