PFLEGELEISTUNGEN INSTITUTIONEN

Grundlagen
  • Auszug von zuhause

    Viele ältere Menschen haben Mühe mit dem Gedanken an ein Pflegeheim. Der Auszug aus den eigenen vier Wänden fällt ihnen schwer. Deshalb versuchen sie, den Umzug so lange wie möglich hinauszuschieben. Der Übergang von der gewohnten Umgebung ins Pflegeheim geschieht dann oft unvorbereitet. Zum Beispiel wegen plötzlich auftretenden gesundheitlichen Beschwerden oder einem veränderten familiären Umfeld. Dabei gibt es für ältere Menschen ausreichende Möglichkeiten sich gut vorzubereiten. Heute können ältere Menschen durch Probetage Einblick in die Heime bekommen und sich von Fachstellen beraten lassen. Vielleicht bietet sich ja auch eine Alternative zum Pflegeheim. Wer sich frühzeitig mit neuen Wohnmöglichkeiten befasst, findet sich später besser zurecht.

      Überlegungen vor dem Heimeintritt

  • Betreutes Wohnen

    Betreutes Wohnen«Betreutes Wohnen» bezeichnet gemeinschaftliche Wohnformen. Die Angebote richten sich oftmals an Personen mit geringem Betreuungs- und Pflegebedarf. Mögliche Wohnmodelle sind:

    • Betreute Wohngruppen
    • Wohnen bei Pflege- und Gastfamilien
    • Pflegewohnungen
    • Wohnen bei Angehörigen 

    Typischerweise sind betreute Pflegeplätze einem Pflegeheim angegliedert und verfügen über einen Notruf, der die Vorort-Versorgung einer Pflegefachperson innert 15 Minuten sicherstellt. Oftmals sind auch die Lieferung einer Mahlzeit pro Tag sowie die Reinigung organisiert. Das betreute Wohnen hat sich in den vergangenen Jahren für ältere und hilfsbedürftige Menschen zunehmend als Alternative zur traditionellen Hausversorgung entwickelt. Im Bedarfsfall ist eine umfassende und dauernde Pflege garantiert. Je nach Einrichtung müssen die Bewohner auch bei schwerer Krankheit oder Pflegebedürftigkeit nicht umziehen. Pro Senectute berät über die unterschiedlichen Wohnformen und Wohnangebote.

  • Wohnen mit Service

    «Wohnen mit Dienstleistungen», «Wohnen mit Service», «Service Wohnen» – alle diese Begriffe bezeichnen das selbständige Wohnen mit Unterstützung von Dienstleistern, die Services wie Pflege, Notruf, Hilfe im Haushalt oder Mahlzeiten bieten. Je nach Anbieter stehen auch komplementäre Dienste wie Coiffeur, Fusspflege sowie Freizeitprogramme zur Auswahl. «Vernetztes Wohnen» oder «intelligentes Wohnen» deuten auf haustechnische, ITC-gestützte Facilitäten und Bestellmöglichkeiten innerhalb der Wohnstrukturen hin. 

  • Qualitätssicherung

    Eine verbesserte Qualitätskontrolle in der medizinischen Versorgung kann zur Kostensenkung beitragen. Der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken ANQ nimmt Qualitätsmessungen für die Bereiche Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie vor. Die von der FMH gegründete Schweizerische Akademie für Qualität in der Medizin SAQM will eine Qualitätskultur im Bereich der Medizin entwickeln. Die EQUAM Stiftung fördert die externe, unabhängige Qualitätssicherung in der ambulanten ärztlichen Versorgung. Das Bundesamt für Gesundheit stellt Daten zur Qualität von Akutspitälern online zur Verfügung. Die SBK-Tochter Concret AG wiederum ist ein akkreditiertes Unternehmen, das auf Messungen der Pflegequalität spezialisiert ist.

    palliative.ch überprüft die Qualität von spezialisierten Leistungserbringern im Bereich Palliative Care. Hierzu wurden Qualitätskriterien für ambulante und stationäre Einrichtungen erarbeitet.

    Die Krebsliga Schweiz und die Schweizerische Gesellschaft für Senologie lancieren gemeinsam ein Qualitätslabel für Brustzentren. Zertifizierte Zentren beschäftigen spezialisierte Breast Care Nurses, die bei Bedarf mit weiteren Fachleute wie Sozialarbeiter, Psycho-Onkologen oder Prothesenberatern zusammenarbeiten.

      Concret-zertifizierte Organisationen

Betreuungsstätten
  • Alters- und Pflegeheime

    Alters- und Pflegeheime sind heute mit Abstand die wichtigsten Anbieter von Pflegeplätzen. Derzeit stehen rund 100 000 Betten zur Verfügung. Der Eintritt in ein Pflegeheim erfolgt immer später. Das Durchschnittsalter beträgt beim Heimeintritt 81 Jahre. Im Alter von 95 Jahren und mehr leben 45% der Hochbetagten in einem Heim.

      Alters- und Pflegeheimstatistik, Ausgabe 2014

    Von den 1 558 Alters- und Pflegeheimen der Schweiz sind etwa 520 privat organisiert. Einige davon verfolgen einen gemeinnützigen Auftrag. Dem Verein senesuisse, einem Zusammenschluss wirtschaftlich unabhängiger Alters- und Pflegeheime, sind fast 300 Mitgliederheime angeschlossen.

    In einigen Kantonen müssen Pflegeheimpatienten seit Inkrafttreten der Neuen Pflegefinanzierung erheblich mehr zahlen obwohl sie eigentlich entlastet werden sollten. Verantwortlich hierfür sind die kantonalen Gesundheitsbehörden. 

    Überteuerte Pflegeheime

    Ein Pflegeplatz in einem gewöhnlichen Schweizer Pflegeheim kostet rund 7 500 Franken pro Monat oder 250 Franken pro Tag. Dieser Betrag setzt sich aus den Kosten für Unterkunft, Pflegeleistungen und Betreuung zusammen. Von den Pflegekosten vergüten die Krankenkassen etwa die Hälfte. Den Rest der Pflegekosten zahlen die Bewohner (max. 20%) sowie die öffentliche Hand (30%) . Die Kosten für Hotellerieleistungen gehen voll zulasten der Bewohner. Wenn das Vermögen bis zur kantonal festgelegten Minimalgrenze aufgebraucht ist, springen Kantone und Gemeinden mit Ergänzungsleistungen ein.  

    Die Alters- und Pflegeheime sind verpflichtet, eine transparente Rechnung zu führen und die Kosten in Hotellerietaxe sowie Pflege- und Betreuungskosten separat auszuweisen. 

    • Hotellerietaxen

      Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Wäschebesorgung etc. bewegen sich in der Schweiz zwischen 100 und 160 Franken pro Tag und Person im Einzelzimmer.

    • Betreuungstaxen

      Diese Taxen umfassen Leistungen, die nicht im Pflegekatalog des Krankenversicherungsgesetzes erwähnt sind. Sie sind gleichfalls von den Patienten zu bezahlen und varriieren je nach Kanton und Heim. Betreuungskosten können auch anfallen, wenn vom Heim Leistungen erbracht wurden, die mit einem personellen oder administrativen Mehraufwand verbunden sind.

    • Pflegetaxen

      Sie richten sich nach dem individuellen Bedarf an Pflege und sind im Krankenversicherungsgesetz verankert.

    Bei der Evaluation eines geeigneten Pflegeheims sind unter anderem die Gemeinde oder die Pro Senectute behilflich.

      Aggression in der Langzeitpflege

  • Demenzeinrichtungen

    Rund zwei Drittel aller Menschen mit Demenz sind 80jährig oder älter. Mehr…

  • Krankenhäuser

    Gemäss einer Erhebung (2009) des Spitalverbands H+ zählt die Schweiz rund 314 Krankenhäuser, davon 40% Privatkliniken. 129 sind Akutspitäler; 185 sind Spezialkliniken. Auf die 14 grössten Akutspitäler entfallen etwa 30% der Betten.

      Kantonale Spitallisten und Spitaltarife 2014

    Mit der freien Spitalwahl können Patienten ab 2012 selber entscheiden, in welchem Spital sie sich behandeln lassen wollen. Das gilt auch für Privatspitäler.

    Steht die medizinische Notwendigkeit einer Behandlung fest, müssen Kantone und Grundversicherung auch die Kosten für die Hospitalisation in einem ausserkantonalen Listenspital übernehmen. Der Versicherte bzw. seine Zusatzversicherung hat nur einen Zuschlag zu bezahlen, wenn die Behandlungskosten vergleichsweise höher ausfallen als im Wohnsitzkanton.

    Bei Auslandbehandlungen dürfen Grundversicherer maximal das Doppelte des Schweizer Tarifes bezahlen. Wer sich im Ausland behandeln lassen muss, sollte daher vorgängig Rücksprache mit der Krankenkasse nehmen. 

    Krank im Ausland

  • Kurhäuser

    Kurhäuser bieten sowohl in der Rehabilitation als auch in der Prophylaxe Angebote. Kurhäuser erfüllen die von santésuisse geforderten Qualitätskriterien. Der Verband Heilbäder und Kurhäuser Schweiz  fasst die vom Bundesamt für Gesundheit anerkannten Anbieter zusammen. 

    Für eine stationäre Rehabilitation muss das Kurhaus oder die Rehabilitationsklinik auf der jeweiligen kantonalen Spitalliste aufgeführt sein und über den erforderlichen Leistungsauftrag verfügen. Eine ärztliche Kur- oder Rehabilitations-Verordnung allein genügt nicht als Kostengutsprache. Es muss eine Bestätigung des Kranken- oder Unfallversicherers vorliegen. Sie stellt klar, ob und in welchem Masse die medizinischen Kosten und die Hotelleistungen übernommen werden. Die Krankenkassen können eine Kostenübernahme auch bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung verweigern.

  • Pflegewohngruppen

    Als Alternative zu Heimen werden immer mehr Pflegewohngruppen (PWG) eröffnet. Eine Pflegewohngruppe ist ein Kleinstpflegeheim, das oft dezentral geführt wird. Sie kann auch eine spezielle Abteilung innerhalb eines Pflegeheims bezeichnen. 5-10 Personen leben in einer grossen Wohnung zusammen, die den Bedürfnissen der Pflege angepasst wird. Die Bewohner können dank der Betreuung durch diplomiertes Pflegepersonal bis zur höchsten Pflegestufe in der Pflegewohngruppe wohnen. Dementsprechend benötigt auch eine PWG eine Pflegeheimbewilligung.

    Pflegewohngruppen schaffen eine überschaubare und familienähnliche Atmosphäre. Eine PWG ist allerdings nur für Pflegebedürftige eine Alternative, die über eine relative Selbständigkeit verfügen und einen Teil ihres Lebens in Gemeinschaft mit anderen Mitbewohnern verbringen wollen. Eine Ausnahme bilden spezialisierte Pflegewohngruppen für Personen, welche kaum mehr mobil oder wegen ihrer Demenzerkrankung weglaufgefährdet sind. 

    Die PWG ist keine Wohngemeinschaft. Die meisten Bewohner haben ein eigenes Zimmer, während der gemeinsame Wohnbereich Raum für Begegnungen bietet. Ein weitgehend normal gestalteter Alltag sowie die geringe Gruppengrösse ermöglichen individuelle Betreuungsformen und Unterstützungshilfe im Alltag.

      Pflegewohngruppe versus Pflegeheim

  • Rehakliniken

    Rehabilitation ist der koordinierte Einsatz ärztlicher, therapeutischer, pflegerischer und sozialer Massnahmen zur Verbesserung von Behinderungen und Funktionsstörungen. Zu den therapeutischen Disziplinen zählen muskuloskelettale, neurologische, kardiologische und pulmonale Rehabilitation.

    Rehakliniken zeichnen sich durch eine qualitativ hoch stehende, interdisziplinäre und multiprofessionelle Fallführung aus, die sich daran orientiert, Patienten rasch in sein gewohntes Lebens- und Berufsumfeld zurück zu führen. SW!SS REHA, die Vereinigung der führenden Rehabilitationskliniken der Schweiz, vertritt 18 Rehabilitationskliniken in der Schweiz mit insgesamt über 1800 Betten und damit über 50% des gesamtschweizerischen Bettenbestands im Rehabilitationsbereich.

    Die Finanzierung kann geregelt werden, wenn die Rehabilitationsklinik auf der entsprechenden kantonalen Spitalliste aufgeführt ist und über den erforderlichen Leistungsauftrag verfügt. Bei stationären Behandlungen müssen die Kantone 55% der Kosten übernehmen, bei ambulanten hingegen keine.

  • Residenzen

    Im oberen Preissegment verbindet sich hoher Wohnkomfort mit hotelähnlichem Service. Diese Annehmlichkeiten haben ihren Preis. Residenzen bieten grosszügige Räume, eine gut ausgebaute Infrastruktur, umfassende Services sowie ein Maximum an Privatsphäre und Wohnautonomie.

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